Wie kompensiert man(n) mangelnde Kommunikation und Kränkung? Fehlende Wertschätzung und das Gefühl nicht gesehen zu werden als der, der man ist? Die Brüder Karl und Franz scheitern bei ihrer Suche nach der individuellen Freiheit und dem gleichzeitigen Bedürfnis nach Anerkennung bei dem dominanten Vater auf unterschiedliche Weise: Franz intrigiert voller Hass und Geltungsdrang gegen die eigene Familie, Karl ist überfordert mit seiner Rolle als Hauptmann einer Räuberbande, die sich in Gewalteskapaden verliert.
Gemein bleibt ihnen das, was am Ende ihrer Orientierungslosigkeit steht: ohne Rücksicht auf Verluste wird die Welt in Schutt und Asche gelegt. Leidenschaftlich und anarchisch umkreist Schillers Erstlingswerk die Gegensätze von Moral und Egozentrik, Rationalität und Emotion, Nihilismus und Sinnstiftung in einem chaotischen Weltgefüge. Regisseurin Jana Vetter fragt mit einem größtenteils weiblichen Ensemble nach dem heutigen Streben nach Selbstbestimmung und der Rolle des Patriarchats darin. Denn wie ist es möglich für Männer nicht zu herrschen, wenn das ganze System darauf ausgerichtet ist?
Premiere:
17.10.2025
Regie,_fassung:
Jana Vetten
Konzept,fassung:
Ebru Tartıcı Borchers
Mit:
Julia Bartolome, Marion Bordat, Marie Dziomber, Stephanie Leue, Luca Rosendahl, Valentina Schüler, Gaia Vogel
Bühne,kostüme:
Sam Beklik
Dramaturgie:
Sabrina Bohl
Musik:
Dani Catalán
Choreographie:
Azahara Sanz Jara
Licht:
Jan Hördemann
Venue:
Schauspielhaus Staatstheater Nürnberg
Bilder:
Ludwig Olah