Édouard Louis ist jung und zornig und erhebt seine Stimme gegen jede soziale Ungerechtigkeit. Sein Credo als Schriftsteller lautet: „Literatur muss kämpfen, für all jene, die selbst nicht kämpfen können.“ Louis weiß, wovon er spricht. Als Jugendlicher verlässt er sein Zuhause, weil er die Enge nicht länger erträgt, die Ablehnung und Gewalt, die er von seinen Eltern, vor allem seinem Vater, erfährt. Er beginnt ein neues Leben als junger schwuler Mann in Paris, macht aus seiner Lebensgeschichte einen Roman, das wütende Dokument einer Selbstbefreiung: Das Ende von Eddy. Er wird der Shootingstar der Literatur- und Intellektuellenszene Europas. Aber er ist nicht fertig mit der Geschichte seiner Familie – die auch die Geschichte einer Generation und eines Landes ist. Als Kind hat Louis miterlebt, wie sein Vater nach einem Arbeitsunfall Opfer der Sozialkürzungen wurde und nur noch als Straßenfeger arbeiten konnte. Richtete sich Louis’ Wut in seinem ersten Buch gegen seine Eltern, ist er in Wer hat meinen Vater umgebracht voller Mitgefühl für seinen Vater und versteht nun dessen Wutausbrüche und Verzweiflung. Seine Rückkehr zu ihm wird zu einer tief bewegenden Hommage an den eigenen Vater und dessen gescheiterte Träume.
Premiere:
31.10.21
Regie:
Mateusz Staniak
Mit:
Mourad Baaiz, Lotte Becker, Veronika Nickl, Christian Paul, Pit Prager, Christian Scheid, Mischa Warken, Alexander Wertmann
Bühne:
Lan Anh Pham
Kostüm:
Lasha Iashvili
Lichtdesign:
Jan Hördemann
Musik/sounddesign:
George Dhauw
Choreografie:
Arne Luiting
Dramaturgie:
Jasmin Maghames
Venue:
Kammerspiele Bochum
Bilder:
JU Bochum