Ellen ist elf Jahre alt und allein. Sie sucht ihre Mutter, doch die ist bereits in Amerika. Ein skurriler Konsul verweigert Ellen die Ausreise, denn sie hat die „falschen“ Großeltern – und die falschen Großeltern zu haben, ist zu dieser Zeit gefährlich. Sie freundet sich mit einer Gruppe jüdischer Kinder an. Dass ihre neuen Freund*innen nicht auf Parkbänken sitzen dürfen, dass Schritte im Treppenhaus ihnen die Körper erstarren lassen und dass der Friedhof der einzige Ort ist, an dem sie spielen können, ist für Ellen die gespenstische, beängstigende und demütigende Realität unter den Nürnberger Gesetzen. Aus den Trümmern einer Kindheit wächst eine größere Hoffnung: Freiheit.
Bildgewaltig, erschütternd und zutiefst berührend erzählt Ilse Aichingers Roman vom Kindsein im Krieg und vom unnachgiebigen Widerstand. Entstanden im Nachkriegsjahr 1947, war das Buch ein Tabubruch und wurde erst in jüngster Zeit in seiner Bedeutung als ein Meilenstein der Nachkriegsliteratur erkannt – und wird nun in der poetischen und außergewöhnlichen Regie von Salome Schneebeli das erste Mal in Deutschland aufgeführt.
Premiere:
20.02.2026
Regie,choreografie:
Salome Schneebeli
Mit:
Marie Dziomber, Marion Bordat, Alban Mondschein, Amadeus Köhli, David Gaviria
Bühne:
Demian Wohler
Kostüme:
Una Jankov, Annina Gull
Dramaturgie:
Paul Berg
Komposition:
Alexandra Holtsch
Musikalische_leitung:
Hubert Wild
Licht:
Jan Hördemann
Venue:
Schauspielhaus Staatstheater Nürnberg
Bilder:
Ludwig Olah, 1-7, Jan Hördemann, 8-11